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Im geopolitischen Wandel den Kontakt zu China halten
(17.11.2023)



Friedens- und Konfliktforscherin Deitelhoff zu Gast in der exportorientierten Wirtschaftsregion Kassel / Roth (MdB) will werte- und interessengeleitete Außenpolitik vereinen

KASSEL. Der Kontakt zu China dürfe nicht abreißen. Das hat Prof. Dr. Nicole Deitelhoff, Direktorin des Leibniz-Instituts für Friedens- und Konfliktforschung und Professorin für Internationale Beziehungen und Theorien Globaler Ordnung an der Johann Wolfgang von Goethe Universität Frankfurt, während der Veranstaltung des Netzwerks Hessen-China in Kassel gesagt. In Zeiten der geopolitischen Veränderungen und der Positionierung Deutschlands mit der erstmalig formulierten China-Strategie der Bundesregierung sei es wichtig, „im Bereich der politischen, der kulturellen oder zivilgesellschaftlichen Verflechtung alles zu versuchen, um die Kontakte nicht abreißen zu lassen, um unser Gegenüber besser zu verstehen, und um zu wissen, wie die andere Seite denkt“. Verflechtung, so Deitelhoff sei „nicht so eine schlechte Sache“, weil sie die Kosten von – im schlimmsten Falle bewaffneten - Konflikten nach oben treibe. Gesellschaften, die miteinander gute Geschäfte machten, haben weniger Interesse, diese durch einen Konflikt zu belasten oder zu zerstören. „Deswegen ist es so wichtig, dass wir Dialog und Zusammenarbeit aufrechterhalten. In den Bereichen, in denen wir es mit symmetrischer, gleichgewichtiger Verflechtung zu tun haben, sollten wir diese in jedem Fall aufrechterhalten oder sogar noch ausweiten“, antwortete Deitelhoff auf die Frage des Moderators Claus Peter Müller-von der Grün nach den künftigen Aufgaben des Netzwerks Hessen-China. Im Verhältnis mit China befürworte sie, Deitelhoff, nicht das Decoupling, die Entkoppelung, sondern es gehe um Derisking, also um die Minderung bestimmter Risiken im wirtschaftlichen Austausch. Unabhängig von China gelte: Der Glaube an die Rückkehr zu ungetrübten Handelsbeziehungen sei angesichts der geopolitischen Veränderungen eine Illusion. Die Politik werde in die Handelsbeziehungen künftig stärker „hineinregieren“. Die Welt und die Handelsbeziehungen werden unsicherer, und mehr Sicherheit durch die Flexibilisierung von Lieferketten und Redundanzen in den Wertschöpfungsketten zu schaffen, werde teurer. Deitelhoff warnte vor einem sich selbst verstärkenden Kreislauf, in dem die weltweiten wirtschaftlichen Verflechtungen abnehmen und militärische Optionen denkbarer werden.

Prof. Dr. Rolf Dieter Postlep, Vorsitzender des Beirats der Wirtschaftsförderung Region Kassel, sagte, ein symmetrischer Außenhandel bedeute, dass beide Seiten das gleiche Risiko eingehen, wenn der Handel gestört werde. Je symmetrischer der Außenhandel sei, desto sicherer sei dies für alle Beteiligten.
Zuvor hatte Michel Roth (SPD), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundetags, in einer Video-Botschaft die China-Strategie der Bundesregierung begründet. In einer krisengeschüttelten Welt müssten Politik und Wirtschaft in Austausch kommen und es sollte in unserem Interesse liegen, dass China zur Stabilität beitrage, Demokratie, Freiheit und Menschenrechte nicht bekämpfe. Eine wertegeleitete Außenpolitik schließe eine interessengeleitete Politik nicht aus, sagte Roth und bot dem Netzwerk Hessen-China seine Unterstützung an.

Das Netzwerk Hessen-China ist ein Projekt der Wirtschaftsförderung Region Kassel GmbH. Deren Geschäftsführer, Kai Lorenz Wittrock, verwies auf die seit mehr als 20 Jahren vielfältigen und fruchtbaren Aktivitäten des Netzwerks. Das Netzwerk leiste mit Erfolg seinen Beitrag zur Exportorientierung des verarbeitenden Gewerbes in der Region Kassel,  die mit rund 56 Prozent des Umsatzes über dem Bundesdurchschnitt liege.

   
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